Moderne Sklaverei geht uns alle etwas an

4. Kölner Menschenrechtsforum zum Internationalen Tag der Menschenrechte

Montagabend, gut 200 Gäste im Saal und ein wichtiges Thema: „Moderne Sklaverei – auch bei uns?“ So lautete die Überschrift des 4. Kölner Menschenrechtsforums, das der Kölner Amnesty-Bezirk gemeinsam mit der Volkshochschule Köln anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte am 10. Dezember 2018 veranstaltete. Auch in dieser Ausgabe stand der Abend unter der Schirmherrschaft der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Bürgermeisterin Elfi Schon-Antwerpes überbrachte ihre ausdrücklichen Grüße zum Auftakt der 90-minütigen Diskussionsrunde.

Den Einstieg ins Thema lieferte dann Melina Teubner vom Historischen Institut der Universität zu Köln. Sie erläutert in einem kurzen Vortrag den Begriff „Moderne Sklaverei“, seine Abgrenzung zu Sklavereien in der Geschichte, seine Merkmale sowie die verschiedenen Formen, die heute in der Welt zu beobachten sind. Auf dieser Grundlage startete die Journalistin Sarah Brasack im Anschluss in eine Podiumsdiskussion mit spannenden Gästen und Fragen aus dem Publikum. Stefan Mehlhorn von der Menschenrechtsorganisation International Justice Mission Deutschland e.V. (IJM) berichtete von der Arbeit mit ausgebeuteten Arbeitern in Indien. Schewa Sium vom Kölner Verein agsira e.V. erzählte von Fällen der meist sexuellen Ausbeutung von Migrantinnen, die sie und ihre Mitstreiterinnen täglich betreuen. Und Frank Buckenhofer gab als Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei im Zoll Auskunft über den Kampf gegen illegale Prostitution und Arbeiterstriche hier in Deutschland. Sie alle zeichneten ein Bild von vielfältigen Ausprägungen eines globalen Problems, das auch lokal – hier bei uns – Menschen zu Sklaven macht. Sie zeigten aber auch Fälle auf, in denen Vereine wie IJM oder agisra den Opfern helfen können, oder wie die Polizei durch neue Maßnahmen die Ausbeutung in Deutschland bekämpft. Zur eindrücklichen Stimmung trug an diesem Abend zudem die Kölner Komponistin und Musikerin Heike Beckmann bei: Mit ihrer Vertonung des Gedichts „Das Sklavengedicht“ von Heinrich Heine am Klavier brachte sie Geschichte und Gegenwart zusammen und zeigte einmal mehr, dass Sklaverei kein Thema der Vergangenheit ist.

Zum Abschluss der Veranstaltung kamen die Diskutanten und Zuschauer beim traditionellen Umtrunk zusammen. Hier konnten in gemütlicher Atmosphäre und mit einem Getränk in der Hand das Gehörte rekapituliert und weitere Fragen an die Gäste gestellt werden. Außerdem war der Kölner Amnesty-Bezirk natürlich mit einem Stand vertreten, der die Fälle des aktuellen Briefmarathons präsentierte. Auch einen Büchertisch gab es für Interessierte. So kamen 171 Briefe und knapp 100 Euro Spendengelder zusammen.

Natürlich wird das Format auch 2019 fortgeführt: zum bekannten Datum am 10. Dezember. Wir freuen uns darauf!

 

20. Februar 2019